oel-wechsel

Wer gut schmiert, fährt gut!

Das Sprichwort ist mehrdeutig, aber in unserem Fall sehr eindeutig und unbestritten wahr.

Motoröl

Kaum etwas strapaziert den Motor Ihres Wagens mehr als die Verwendung von altem, falschen oder zu wenig Motoröl!

Erhöhte Reibung zwischen Zylinder und Kolben führt zu Verschleiß an Laufbuchse und Kolbenringen und damit zu geringerer Motorleistung, Ölverbrauch und im Extremfall zu einem Motorschaden. Aber nicht nur diese Teile, auch alle Lager, die Nockenwelle, eventuell ein Turbo, etc. werden mit dem Motoröl geschmiert. Verringerte Schmierung führt auch hier zu Abnutzung und letztlich zum Defekt.

Sorgen Sie mit regelmäßigen und rechtzeitigen Ölwechseln dafür, dass dem Motor Ihres Wagens ein langes und gesundes Leben bevorsteht.

Die für Ihr Fahrzeug vorgeschriebenen Öl-Wechsel-Intervalle, sowie den vorgeschriebene Motoröl-Typ entnehmen Sie bitte der Betriebsanleitung, oder wenden Sie sich an uns.

Getriebeöl und Differentialöl

Im Getriebe ist der Teufel los, hier sind ganz viele Zahnräder mächtig schnell unterwegs. Ja und die müssen natürlich geschmiert werden, damit alles glatt läuft. Im Differential werden mächtige Kräfte umgesetzt. Und gegenüber dem Motor sind die Beiden ja ein echte Sparschweine, aber alle 80.000 bis 100.000 km sollte das Öl getauscht werden. Die Hersteller sprechen zwar oft von einer LifeTime-Befüllung, aber wenn man nicht acht gibt ist die LifeTime des Getriebes eher abgelaufen als geplant. 
Wir empfehlen daher

  • Ölstandskontrolle alle 2 Jahre oder 30.000 km
  • Ölwechsel alle 80.000 km
  • bei etwaigen Undichtigkeiten natürlich eher.

Sieb bzw. Filters sind sehr wichtig und werden jedes Mal mitgewechselt.

Was macht den Unterschied bei Motorölen?

Heute werden fast ausschließlich Mehrbereichsöle verwendet und man unterscheidet grundsätzlich drei Typen:

  • Mineralische Öle
  • Teilsynthetische Öle
  • Vollsynthetische Öle

wobei teilsynthetische Öle eine Mischung der anderen beiden darstellen.

Damit ist die Herkunft des Basisöls festgelegt, welches dann mit verschiedenen sog. Additiven ergänzt werden um allen Anforderungen zu entsprechen.

Die Additive dienen folgenden Eigenschaften:

  • Verhinderung von Ablagerungen im Motor
  • Abkapselung von Verunreinigungen im Öl selbst
  • Reduktion der Oxidation (Alterung)
  • Verschleißreduktion
  • Korrosionsschutz
  • Viskosität in allen Temperaturbereichen
  • Entschäumung
  • Reibungsreduktion

MINERALISCHE MOTORENÖLE
Konventionell werden Motorenöle aus Mineralölen hergestellt. Diese Öle sind aberdurch steigende Anforderungen wie verlängerte Ölwechsel-Intervalle, hohe Motorleistung und der Forderung nach Leichtlaufverhalten in ihrer Leistungsfähigkeit begrenzt. Typische Viskositäten: 10 W-40, 15 W-40oder 20 W-50.

HYDROCRACK (HC)-MOTORENÖLE
Hydrocrack-Öle sind mineralische Grundöle, die in der Raffinerie durch aufwendige Verfahrenstechniken weiterverarbeitet werden. Sie beinhalten desweiteren einen geringen Anteil an synthetischen Komponenten. Typische Viskositäten: SAE 5 W-40, 5W-30 oder 10 W-40.

TEILSYNTHETISCHE MOTORENÖLE
sind Mineralöle mit synthetischen Komponenten. Sie verbessern die Kaltstart-Eigenschaften, halten den Motor sauber und bieten einen ausgezeichneten Verschleißschutz. Typische Viskositäten: 10 W-40, 5 W-40.

VOLLSYNTHETISCHE MOTORENÖLE
Synthetische Grundöle bilden die Basis für besonders leistungsfähige Motorenöle. Vollsynthetische Motorenöle sind in Benzin- und Dieselmotoren einsetzbar und bieten optimalen Verschleißschutz, sehr gute Ölversorgung beim Kaltstart, Leichtlaufeigenschaften und hervorragende Motor-Sauberkeit. Sie erfüllen häufig die höchsten Qualitätsstandards API, ACEA und Firmenfreigaben. Für lange Ölwechsel sind sie besonders geeignet. Typische Viskositäten: 0W-30, 0W-40, 5W-40.

DIESEL-MOTORENÖLE
Die derzeit höchste Anforderung an Pkw-Diesel und Turbo-Dieselmotoren stellt die ACEA B3 bzw. B4-Klassifikation dar. Sie sind für den Einsatz in selbst ansaugenden sowie turboaufgeladenen Dieselmotoren mit und ohne Ladeluftkühlung optimal geeignet. Nur Hochleistungs-Motorenöle erfüllen diese Anforderungen..

LEICHTLAUFÖLE
besitzen ein günstiges Kältefließverhalten, zeichnen sich durch niedrige Pumparbeit und eine hohe thermische Belastbarkeit aus. Sie haben daher einen positiven Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch. Typische Viskositäten: 0 W-30, 0 W-40, 5 W-40, 5 W-30, 10 W-40.

GANZJAHRESÖLE
oder Mehrbereichsmotorenöle kann man in unserem gemäßigten Klima das ganze Jahr einsetzen. Sie sind im Winter nicht zu dickflüssig und im Sommer bei hohen Motor-Temperaturen nicht zu dünnflüssig, z.B. 0 W-30, 0 W-40, 5W-30, 5 W-40, 10 W-40, 15 W-40, 20 W-50.

Grundlegende Klassifizierungen für Europa (ACEA)

  • Klasse A - Motorenöl für Ottomotore in PKW
  • Klasse B - Motorenöl für Dieselmotore in PKW und leichten Nutzfahrzeugen
  • Klasse C - Motorenöl für Dieselmotore mit Partikel-Filter
  • Klasse E - Motorenöl für Dieselmotore in Nutzfahrzeugen und LKW

Diese werden aber durch spezielle Vorschriften der Fahrzeughersteller und andere Klassifizierungen (API,  JASO, JAMA, ILSAC, etc.) noch wesentlich erweitert. Sie finden mehr auf WIKIPEDIA.

 

 

Wie oft muss ich das Motoröl wechseln?

Nun die herkömmliche Regel lautet:

  • alle 10.000 km oder einmal jahrlich

es sei denn es ist in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeug anders festgelegt.

Speziell Fahrzeuge mit sog. LongLifeService-Intervallen werden dem entsprechend mit besonderen LongLife-Ölen befüllt, womit es nur zu den angezeigten Serviceterminen zu wechseln ist.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Öle keinesfalls mit anderen Ölen aufzufüllen sind. Ist das nicht möglich (z.B. auf einer Reise), sollten Sie bei geringem Ölstand besser irgendein Motoröl nachfüllen und danach umgehend einen Komplett-Ölwechsel durchführen lassen.

Wieso verbraucht mein Wagen Motoröl?

Grundsätzlich verbraucht jeder Motor Öl, da an den Zylinderwänden nach jedem Kolbenhub ein ganz feiner Film Motoröl verbleibt und mit dem Kraftstoff verbrannt wird. Das ist ganz normal und technisch bewußt so gelöst.

Galt früher einmal ein Ölverbrauch bis zu 1 l auf 1.000 km als normal, so verbrauchen heute moderne Autos nahezu kein Motoröl. Das liegt an den hervorragenden Fertigungstoleranzen an Zylindern und Kolben.

Sollte Ihr Fahrzeug also einen unerwartet, oder plötzlich, hohen Ölverbrauch aufweisen, dann ist Gefahr im Verzug und Sie sollten das Fahrzeug keinesfalls fahren, sondern uns kontaktieren.

Sollte Ihr Fahrzeug Öl produzieren, sprich es wird mehr, dann liegt das bei geringer Steigerung an häufigem Kurzstreckenbetrieb, ansonsten ist zu befürchten, dass sich Kühlflüssigkeit im Öl befindet. In diesem Fall sollten Sie auch keinesfalls fahren, sondern uns kontaktieren.

Wieso muss man Öl wechseln?

Weil das Öl altert und seine Schmierfähigkeit verliert.

Motoröl altert durch verschiedene Einflüsse:

  • Es verschmutzt durch Ruß aus Verbrennung und Metallabrieb.
  • Durch die hohe Druckbelastungin den Lagern "zerbrechen" nach und nach die langkettigen Moleküle des Öls. Das Öl wird dadurch dünnflüssiger, aber die Schmiereigenschaften verschlechtern sich.
  • Hohe Öltemperaturen lassen das Öl ganz langsam verkoken (in Koks umwandeln).
  • Kurzstreckenverkehr mit sehr niedrige Öltemperatur wiederum führt zur Ölvermehrung und Verschlechterung der Schmiereigenschaften, da Benzin, welches sich an den Zylinderwänden niederschlägt ins Motoröl gelangt. Eine begrenzte Verdünnung stellt zwar kein Problem da, aber bei extremen Kurzstreckenautos kann es vorkommen, dass der Motor scheinbar keinerlei Öl verbraucht, weil das in geringen Mengen stets verbrannte Öl (ein völlig normaler und nicht zu vermeidender Vorgang) durch die Verdünnung mit Benzin ausgeglichen wird. Zum kaptalen Motorschaden kommt es dann, wenn eine längere Fahrt mit höherer Belastung=höhere Öltemperatur stattfindet, das im Motoröl befindliche Benzin verdampft und die verbleibende Menge nicht mehr ausreicht um alle Schmierstellen zu erreichen. 
    Als Abhilfe sollten Sie Kurzstreckenfahrzeuge ab und zu mindestens 20 km mit höherer Last fahren, um das Öl auf Betriebstemperatur zu bringen, und nach dem Abkühlen den Ölstand zu kontrollieren.

Überziehen Sie keinesfalls die Wechselintervalle, denn auch heute noch ist die Langzeitstabilität von Motoröl ein ernstes Thema. Wie schnell ein Motoröl altert, ist u.a. auch von der Konstruktion des Motors abhängig. Es wäre fatal, wenn Sie das Ölwechselintervall Ihres Fahrzeugs verlängern mit der Begründung, daß dies bei einem anderen Fahrzeug mit dem gleichen Öl zulässig ist. 

Motoröl-Zusätze?

Immer wieder hört man wahre Wunderdinge über sog. Feststoffzusätze. Die Shoppingkanäle im TV werben was das Zeug hält und der Konsument ist verunsichert.

  • VERZICHTEN SIE AUF SOLCHE ZUSÄTZE!

Meist halten die Zusätze sowieso nicht das Versprochene und Sie riskieren damit den Verlust der Fahrzeuggarantie.

Dies deshalb, weil das Motoröl mit dem Zusatz keiner Norm und auf keinen Fall der des Fahrzeugherstellers vorgeschriebenen entspricht.

Also SPAREN SIE DAS GELD und sorgen Sie für zeitgerechte Ölwechsel.

SAE - 0W .... was?

Bei der Benennung von Mehrbereichsölen wird immer zuerst die geringste Viskosität (Niedrigtemperatur-Viskosität) genannt und dann, nach einem Bindestrich, die höchste Viskosität (Hochtemperatur-Viskosität). Diese Öle müssen die Anforderungen der SAE J300 beider Viskositätsklassen erfüllen. Beispiele:

  • SAE   0W-40
  • SAE 10W-60
  • SAE 20W-60
  • SAE 15W-40
  • SAE 20W-50

Je größer die Viskosität, desto dickflüssiger (weniger fließfähig) ist das Öl; je niedriger die Viskosität, desto dünnflüssiger (fließfähiger) ist es, kann also bei gleichen Bedingungen schneller fließen. Die ausschlaggebende Temparatur ist 100oC.

Motoröl min. Viskosität bei 100°C[1]
SAE 16   5,6 mm²/s
SAE 20   6,9 mm²/s
SAE 30   9,3 mm²/s
SAE 40 12,5 mm²/s
SAE 50 16,3 mm²/s
SAE 60 21,9 mm²/s

 

Motoröl  Tiefsttemperatur, bei der das Öl unter festgelegten Bedingungen (SAE J 300) noch pumpbar ist. 
SAE 0W  -40 °C
SAE 5W  -35 °C
SAE 10W  -30 °C
SAE 15W  -25 °C
SAE 20W  -20 °C
SAE 25W  -15 °C